30-Jahr-Jubiläum des Ärztevereins Leimental (AeVeL)
An der diesjährigen Generalversammlung des Ärztevereins Leimental konnte das 30-Jahr-Jubiläum gefeiert werden. Wie in den letzten Jahren fand die Versammlung im Alters- und Pflegeheim Blumenrain in Therwil statt. Neben den zahlreichen aktiven Ärztemitgliedern konnten in diesem Jahr auch mehrere Gründungsmitglieder begrüsst werden. Zum Schluss der Versammlung berichtete Rudolf Ott ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Vereins. Bei einem gemütlichen Apéro wurden danach viele Erinnerungen aufgefrischt.
An der Gründungssitzung vom 13. Mai 1996 nahmen insgesamt 39 Ärzte teil und der AeVeL durfte zu seiner Gründung 49 Mitglieder zählen, nämlich 31 Grundversorger, 13 Spezialärzte und 5 Psychiater von 90 im Leimental niedergelassenen Ärzten. An der ersten Generalversammlung am 4. September 1996 wurden die Statuten formuliert und von den Mitgliedern gutgeheissen. Da als Zweck des AeVeL neben dem verbesserten Zusammenarbeiten der Praxisärzte über die verschiedenen medizinischen Fachgebiete hinweg auch die Interessenvertretung gegenüber den Versicherern bezüglich Managed Care und der laufenden Tarifgestaltung (GRAT, später Tarmed genannt) stand, wurde damals beschlossen, einen Psychiater in den Vorstand des AeVeL zu wählen. Der Grund mutet heute anekdotisch an: Allfällige Meinungsverschiedenheiten beim Verhandeln sollten mit viel Menschenkenntnis angegangen und Uneinigkeiten fachgerecht geschlichtet werden. So ist bis heute im Vorstand des AeVeL ein Arzt der Psychiatrie vertreten.
Zu den Aktivitäten gehörten «hauseigene», von Mitgliedern gestaltete Fortbildungen und rege Diskussionen über Gesundheitsthemen, welche meistens die Politik bestimmte. Am 13. Juni 1996 wurde die Gruppierung «Ärzteverein Leimental» anlässlich der Frühjahrsversammlung auch der Ärztegesellschaft Baselland vorgestellt. Der damalige Präsident der Ärztegesellschaft, Roland Schwarz, betonte, es handle sich dabei nicht um einen «Gegenpol» zur Ärztegesellschaft, sondern um eine «Untergruppierung» innerhalb der Ärzteschaft. Bedingung für eine Aufnahme als AeVeL-Mitglied war (und ist es noch heute) die berufliche Tätigkeit im Leimental. So wuchs der AeVeL von Beginn an kontinuierlich und erreichte bereits 1998 stolze 65 Mitglieder.
Am 30. Oktober 2003 erschien im «Birsigtal-Bote» (BiBo) eine Extraausgabe mit Leimentaler Gesundheitstipps. Danach erschien diese Rubrik regelmässig als Spalte in der BiBo-Ausgabe. Unter der Obhut von Paul Ruff wurden ab 2011 die «Dräffpunggt» genannten Fortbildungen regelmässiger abgehalten, nämlich viermal jährlich. 2012 wurde für den AeVeL dann ein eigenes Logo kreiert. Erich Planta setzte sich zudem für eine eigene Website sowie einen monatlich stattfindenden «Stammtisch» ein, um sich nach getaner Arbeit auch privat auszutauschen. Im Jahr 2013 zählte der AeVeL aufgrund seiner Beliebtheit 94 Ärztemitglieder, heute sind es (per 1. Februar 2026) 91 aktive Mitglieder.
Das Thema der Tarifrevision, die Abdeckung des Notfalldienstes oder die längerfristige Spitalplanung Basel-Landschaft blieben über die Jahre hinweg intensiver Gesprächsstoff. Selbstverständlich gab es in der Geschichte des Ärztevereins Leimental auch kritische Phasen, in denen man über Sinn und Zweck des Vereins diskutierte. Die starke Zunahme an teilzeitarbeitenden praktizierenden Ärzten ist eine grosse Herausforderung, z. B. bei der Planung des regionalen Notfalldienstes. Aber auch hier bewährt sich der AeVeL als überschaubarer Verein, der private und fachliche Diskussionen fördert und eine wichtige ärztliche Gemeinschaft im Leimental bildet.

Dr. med. Alexandra Prünte
ist Fachärztin Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, Redaktionsmitglied P + P (Patient und Politik)


